Tag Archives: Buchkritik

Höhenangst

16 Aug

Sonne, Feriengefühle und die Seele baumeln lassen – inzwischen hat sich der Sommer in Deutschland richtig gut entwickelt und immer mehr Menschen zieht es auf grüne Wiesen, an sonnige Ufer und ins kühle Nass.

Doch weil das Rumliegen schnell langweilig wird, nimmt sich der ein oder andere auch gerne ein Buch mit. Doch was lesen? Zum 5. Mal Harry Potter? Oder schon wieder ein neuer Krimi, noch brutal, noch schockierender? Oder sollten wir lieber wieder die alten Schinken à la Buddenbroks rauskramen?

Um euch vielleicht ein bisschen bei eurer Suche nach einem neuen fesselden Buch zu helfen, kommt hier unsere neueste Empfehlung: Nicci French – Höhenangst.

Eine junge Frau führt ein scheinbar perfektes Leben: Ein charmanter, liebenswürdiger Freund, respektiert und anerkannt im Job und lebensfrohe Freunde. Doch eines Morgens verändert eine Sekunde, nur ein Blick ihr ganzes Leben.

Sie stürzt in einen so intensiven Gefühlsstrudel aus Angst, Lust, Verlangen und Schmerz, dass sie die Welt um sich her vollkommen zu vergessen scheint. Doch ihr Verstand und ihr Selbsterhaltungstrieb wehren sich gegen den Schwindel und der innere Konflikt scheint sie verrückt werden zu lassen.

Kann sie am Ende noch die Reißleine ziehen, bevor die Tiefe sie verschlingt?

Nicci French (eigentlich ein Pseudonym) hat es mit Höhenangst geschafft mit einer scheinbaren Leichtigkeit eine fesselnde Spannung aufzubauen, ohne dabei von altbewährten Mittel wie einem Kommissar, einem Haufen Leichen und den üblichen Verdächtigen Gebrauch zu machen. Leicht und flüssig zu lesen, dabei aber nicht oberflächlich und ohne langweilige ausschweifende Situationsbeschreibungen ist das Buch genau das richtige für einen spannenden, entspannten Nachmittag im Freien.

Unsere Wertung: 4,5/5 Punkte

Venezianisches Finale

27 Apr

Musik und Theater, Lust und Leidenschaft, Drama und Szenen – und natürlich Mord. So leitet Donna Leon ihr erstes Buch aus einer Krimireihe über den Commissario Guido Brunetti ein.

Während einer Opernaufführung in Venedig wird der Dirigent und geachtete Musiker Helmut Wellauer tot in seiner Garderobe aufgefunden. Ursache: Vergiftung durch Zyankali.

Angesetzt auf den aufsehenerregenden Fall beginnt Commissario Brunetti das Leben des Dirigent – ebenso musikalisch begabt, wie menschlich abartig – zu durchleuchten.

Auf seiner Suche stößt er auf Geheimnisse, Verstrickungen und menschliche Abgründe. Und schließlich auch auf ein Stück seiner eigenen Natur.

Das Debüt der venezianischen Autorin ist knackig, präzise und spannend geschrieben. Sie hält sich nicht an ausschweifenden Beschreibungen fest, sondern treibt die Handlung interessant voran.

Alles in allem ein spannender Krimi, aber ohne großen Tiefgang oder hochtrabende Wortwahl und komplizierte Satzkonstruktionen. Zwar sicherlich kein literarisches Meisterwerk, aber das perfekte Buch für die U-Bahn oder das Frühstück auf der Terrasse.

Unsere Wertung: 3,5/5 Punkte

Solo für Anna

2 Nov

Wer kennt das nicht: Eines Morgens wacht man auf und denkt “Früher war alles besser.” Man schwelgt in Erinnerungen und denkt über vergangene Tage und vor allem Erlebnisse nach. Als man noch jung war, hatte man noch Wünsche und Träume. Doch dann kamen Ausbildung und die wirkliche Welt und man wird erwachsen.

Nicht so die Hauptfigur des Buches “Solo für Anna” von Michael Eichhammer. Für Frank Diemant ist die Studienzeit die beste gewesen: Einerseits die Band mit seinen Freunden Paul, Arne Alexander und Anna, anderseits der Flirt mit seiner Bandkollegin und die Liebe zur ihr, die aber immer unerfüllt blieb.

Nach dem Studium trennen sich die Wege. Doch als Frank wieder einmal einen Nebenjob verliert, blüht sein Traum von einer Musikkarriere mit seiner alten Band wieder auf, sowie der Wunsch einer Beziehung mit seiner Jugendliebe Anna.

Eine Abenteuerreise, bei der sich Jugendtraum und Realität begegnen und Freundschaften auf die Probe gestellt werden beginnt. Auf der Jagd nach dem großen Erfolg und der großen Liebe, gibt es immer wieder Auf und Abs für Frank, der jedoch nicht aufgibt.

Ereignisreich und amüsant geschrieben, erzählt dieses Buch von den heimlichen Hoffnungen vieler Erwachsener, die in schwierigen Momenten ihres Lebens ab und zu mal nostalgisch werden.

Der Titel des Buches ist clever zweideutig und passend gewählt. Trotzdem finden wir von den Bloggisten, dass das Buch zu realitätsfern und zu oberflächlich ist.

Insgesamt eine recht gute und vor allem leichte Lektüre nebenbei, aber keine herausragende oder tiefgreifende Literatur.

Unsere Wertung: 2,5/5 Punkten