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Tanz eines Kärtchens

4 Mrz

Heute sah ich ein Kärtchen. Jemand hatte es verloren. Es war ein Mal gefaltet. Aber nicht ordentlich. Und es war so leicht. Der Wind wirbelte es wie wild durch die Luft. Hin und her. So, dass das arme Kärtchen gar nicht mehr wusste, wo oben und unten ist. Bis es ins Wasser fiel. Da schwamm es ruhig dahin.

Und da dachte ich an uns Menschen. Sind wir nicht auch manchmal verloren? Wirbelt uns das Leben nicht auch manchmal so hin und her, dass wir nicht mehr wissen, wo oben und unten ist. Bis wir einen See finden, auf dem wir ruhig dahin gleiten.

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Frühe Erinnerung

18 Okt

Nebel liegt über der Stadt, als ob er wüsste,
Dass ich sie wieder gesehen habe,
Dass ich wieder das gleiche gefühlt habe.

Oder ist es vielmehr wie eine Erinnerung
An die allmählich verblassenden Gefühle?
Eine Erinnerung, die wie die kalte Luft durch meinen Körper strömt.

Wieder diese Zweifel und die Ohnmacht,
die meine Gedanken lähmen.
Und wieder diese Bilder, die ich nicht vergessen kann.

Wie eine Wunde, die selbst die Zeit nicht heilt.

Bildschirmfoto 2013-10-18 um 15.40.50

 

In der Stille der Einsamkeit

29 Jul

Wenn die Musik nicht mehr erklingt

Und uns’re Melodie verstummt,

Dann geht das Lied dem Ende zu.

 

Wenn sich Wolken vor die Sonne schieben

Und der Regen meine Tränen verwischt,

dann kann ich den Himmel nicht mehr sehen.

 

Wenn der Schnee leise auf die Erde fällt,

Und sich die Kälte über mein Herzen legt,

dann können die Blumen nicht mehr blühen.

 

Wenn die Kinder nicht mehr lachen

Und die Würfel schon gefallen sind,

dann ist das Spiel entschieden.

 

Wenn dein Weg dich in die Ferne führt

Und ich alleine aus dem Fenster sehe,

dann will ich nicht mehr hier verweilen.

Als ich träumte

2 Mai

Als ich träumte,

da träumte ich von kleinen Häusern und großen Meeren,

ich träumte von Sonne und den Bäumen im Wind,

ich träumte vom Lachen und auch vom Weinen

ich träumte von Menschen, den Tieren und Pflanzen,

ich träumte vom Fliegen und vom Lieben,

ich träumte von Dir, von Mir und uns.

 

Als ich aufwachte,

da sah ich große Bauten und graue Straßen,

ich sah Wolken und welke Blumen darunter,

ich sah Trauer, Zorn und Schmerz,

ich sah Obdachlose, Aß und Abfall,

ich sah Krankheit und Sterben,

aber ich konnte Dich sehen – und Uns.