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Die kleinen Dinge

10 Jul

Morgens gehe ich aus dem Haus. Ich sehe hunderte Menschen in den Autos, Bussen, Bahnen. Jeder scheint es eilig zu haben, obwohl ich mir vorstelle, dass in etwa jeder zweite heute lieber nicht zur Arbeit gehen wollte. Warum beeilen sie sich alle dermaßen, um dahin zu gelangen, wo sie eigentlich gar nicht hin wollen?
Und bin ich ein Teil dieser sich bewegenden Massen. Auch ich bin auf dem Weg zur Arbeit. Doch wenn ich mir die Menschen um mich so ansehe, dann weiß ich, dass ich mich von den meisten in einem wesentlichen Punkt unterscheide: ich lächle.

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Denn ich habe etwas, dass mich jeden Morgen aufmuntert. Auf meinem Weg zur Arbeit komme ich an einem Stück Wiese vorbei. Dort leben sehr viele Hasen. Sie tummeln sich dort, fressen, ruhen sich aus und hoppeln durch das Gras. Je nach Tageszeit sieht man mal mehr, mal weniger Häschen auf der Wiese. Doch immer, wenn ich morgens dort vorbei fahre und ich in die runden Knopfaugen eines Häschens schaue, dann fühle ich mich direkt besser. Es zaubert ein Lächeln auf mein Gesicht und ich weiß, dass ich einen guten Tag haben werde. Wenn ich dann abends auch noch einmal vorbei komme und wieder eines sehe, dann bedanke ich mich für den schönen Tag. Ich fühle mich gut und bin zufrieden.
Denn manchmal sind es einfach die kleinen Dinge im Leben, die uns den Tag verschönern können. Wir sollten nur offen sein, sie zu sehen.

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Mode für jedermann

5 Okt

Ob Magazine, Fernsehwerbung oder Plakate: Überall lächeln einem junge, hübsche und oftmals dünne Models entgegen. Perfekte Körper, perfekte Haut, perfekte Haare, perfekt geschminkt.

Modelabels und –häuser präsentieren den jungen und alten Mädchen und Frauen, aber auch Männern immer wieder die angeblich perfekten Vorbilder. Doch nicht selten wehren sich auch gerade Prominente gegen die gefotoshopten Bilder: Unnatürlich Taillen und Schultern, die mehr Knochen als Haut zeigen, verzerren die Realität.

Während die deutsche Jugend und Bevölkerung immer dicker zu werden scheint, werden die Bilder immer idealisierter.

Dabei stellt sich doch die Frage, wer überhaupt zum Kauf verführt werden soll. Zwar gibt es die Theorie: Wenn etwas an einem Model hübsch aussieht, möchte ich dieses hübsche Etwas auch kaufen.
Aber ist es nicht vielmehr so: Einem Model steht eh alles und an mir kann das eh niemals so gut aussehen? Und wer glaubt eigentlich ernsthaft, dass ein Duft mich zu einem unwiderstehlichen Objekt der Begierde macht?

Schon seit einiger Zeit versuchen Marketingexperten die Zusammensetzung des Personals und die ethnische Mischung der Models dem Klientel anzupassen – Kunden fühlten sich dann angesprochen.
Aber warum zeigt mir die Werbung dann nicht endlich Bilder von Kleidungsstücken, wie sie an MIR aussehen könnten? Der Durchschnittsbürger sieht nun einmal nicht wie ein Hungerhaken oder wie ein muskulöser Athlet aus.
Dove hatte vor einiger Zeit schon einmal eine Kampagne gestartet, die auch Frauen mit Rundungen zeigte. Was ist daraus geworden?

Wir haben alle kleine Makel, eine kleine oder größere Rundung. Das heißt aber nicht, dass es keine schöne Kleidung für uns gibt und dass wir nicht genauso sehenswert sind, wie die superdünnen Mannequins und Astralkörper im Hochglanzformat. Wenn man sich die Werbung anschaut stellt sich leider immer noch die Frage: Wann gibt es endlich Mode für jedermann?

Der Kampf um die Zuschauer

18 Sep

Schon seit Jahren bemühen sich diverse Anbieter, eine alternative zum Programm der privaten und öffentlichen Fernsehsender zu liefern. Neben Maxdome, Amazon, Sky und Watchever tritt nun auch der Netflix in den deutschen Markt ein.

Doch wer braucht so viele Anbieter? Die Schlacht um die Aufmerksamkeit der Zuschauer wird verschärft. Gratismonate, kreative Werbungen, attraktive Tarife und natürlich eine scheinbar unendliche Auswahl an Filmen und Serien.
Da drängt sich die Frage auf, wer eigentlich die Zeit haben soll sich das ganze Zeug anzuschauen. Und was ist eigentlich aus dem guten, alten Fernsehen geworden?

Die öffentlichen, aber vor allem die privaten Fernsehsender jedoch scheinen das Buhlen schon aufgegeben zu haben. Nachdem die Bachelorette inzwischen ihren Traumprinzen unter den Blicken ein paar weniger Zuschauer gewählt hat, wartet RTL schon mit der nächsten Sendung auf, die keinen interessiert. Die Peinlichkeit und das fehlende Niveau von „Adam sucht Eva“ wird eigentlich nur noch von ProSieben’s „Catch the Millionaire“ getoppt. Als billiger Abklatsch vom RTL-Bachelor ist diese Sendung kaum länger als fünf Minuten auszuhalten.
Um den ganzen noch die Krone aufzusetzen werden alle ‚Aufreger’ der Ausstrahlungen dann in geradezu anspruchsvollen Fernsehmagazinen analysiert.
Neben den Reality-Shows fluten die Privaten ihr Programm mit diversen Casting-Shows. Immer und immer wieder kommen Sänger, Tänzer, Modells und angebliche Talente und strapazieren die Nerven der wenigen, die eingeschaltet haben.

Sollten sich dann doch einmal anspruchsvolle Serien oder Filme in das deutsche Fernsehprogramm verirrt haben, wird der Zuschauer mit unendlichen Werbeunterbrechungen oder Wiederholungen der immer gleichen Episoden wieder in die Flucht geschlagen.

Angesichts dieser Entwicklungen ist es daher kein Wunder, dass Streaming Anbieter immer größere Erfolge feiern.

Dennoch: Am Ende des Tages sind dann vielleicht doch ein Buch oder eine Zeitung die besseren Alternativen.

Klischees, Klischees…

30 Jan

Eines zunächst vorweg: Unsere Beobachtungen und Aussagen haben nicht den Anspruch, repräsentativ oder allgemein gültig zu sein.

Aber um was geht es eigentlich? Nach insgesamt je 3 Jahren Paris und Berlin ist es an der Zeit, ein paar Klischees zu prüfen. Hier unsere Erkenntnisse.

Die Deutschen…

  • Leben, um zu arbeiten: Keine Ahnung wie die anderen Nationen darauf kommen. Uns jedenfalls macht unsere Arbeit Spaß…na und?
  • Sind pünktlich und fleißig: Wir können da nur eins drauf sagen: Die Deutsche Bahn! (Vielleicht entsteht der Eindruck auch nur bei Franzosen, die ja immer streiken…)
  • Sind aufgabenorientiert (was nur ein Euphemismus ist für langweilige Spaßbremsen): Nochmal: Die Arbeit macht eben Spaß! Und die richtigen Worte lauten: Zielstrebig und konsequent.
  • Essen nur Würste, Klöße und trinken Bier: Definitiv: NEIN! Nach eingehenden Studien haben wir festgestellt: Die Deutschen essen auch Schnitzel und trinken Radler!
  • Tragen alle Knickerbocker: Wer ist eigentlich dieser „Knickerbocker“?
  • Sind sehr pflichtbewusst: An einer roten Ampel zu warten bis man schwarz wird, obwohl weit und breit kein anderes Lebewesen zu sehen ist, nennt man nicht pflichtbewusst, sondern vorsichtig.
  • Sind verklemmt und humorlos: Da haben wohl unsere internationalen Freunde noch nie etwas von FKK gehört, oder?
  • Fahren nur VW und lieben ihre Autos: VW steht für VolksWagen und wir SIND das Volk. Naja und das mit der Liebe…wir haben eben ein großes Herz :)

Die Franzosen…

  • Arbeiten, um zu leben: Was denn? Franzosen arbeiten auch mal zwischen Mittagspause, Kaffeepause und Streik?
  • Kommen immer zu spät: Das ist ganz klar Ansichtssache. Und außerdem: Besser spät als nie!
  • Genießen das Leben (was nur ein Euphemismus ist für faul): „Leben wie ein Gott in Frankreich“ – und sind wir mal ehrlich: wer würde nicht gerne einmal Gott spielen?
  • Essen nur Käse, Froschschenkel und trinken Wein: Eindeutig nicht wahr! Morgens gibt es Käse und Baguette, mittags gibt es Froschschenkel und Baguette und abends gibt es ein Gläschen Wein zum Baguette. Die Speisekarte ist also deutlich anspruchsvoller.
  • Sind sehr sinnlich und das Sexualleben steht im Mittelpunkt: Der Mensch hat nun einmal fünf Sinne. Da kann man ja gar nicht umhin, sinnlich zu sein, oder? Und Sex…warum spricht man da eigentlich nur von Franzosen?
  • Fahren nur Renault oder Peugeot und missbrauchen ihre Autos: Warum nicht den lokalen Markt stärken? Mit immer wieder neuen Produkten aus der Region, weil man sein eigenes Auto zu Schrott gefahren hat, kann man doch der Wirtschaft nur Gutes tun!
  • Können kein Englisch: Die Franzosen können Französisch und das ist nunmal einfach die schönste Sprache der Welt! Wozu braucht man denn dann bitte noch Englisch?
  • Streiken nur: Nein, nein. Ganz falsch. Franzosen streiken nur montags von 11h-16h, dienstags von 8h30-16h30h, mittwochs von 8h-14h, donnerstags von 11h-17h und freitags von 10h30-18h30.

Wie ihr seht: Klischees bleiben immer Klischees. Letztendlich muss man sich immer sein eigenes Bild machen!

An manchen Tagen…

9 Sep

…wäre man lieber im Bett geblieben.

Es ist fast ein Morgen wie jeder andere: Der Wecker klingelt und ein bisschen quälend öffnete ich die Augen. Draußen vor dem Fenster ist auch keine Sonne zu sehen und eine kühle Brise weht durch das Fenster. Hmmm….eigentlich wollte ich ja laufen gehen, aber ich bin so müde und das Bett ist so kuschelig und draußen scheint es nicht so angenehm temperiert zu sein…

Doch ich raffe mich auf. Nun hatte ich den Wecker schonmal früher gestellt und war wach. Dann kann ich mich auch anziehen und losgehen. Außerdem muss man auch an nicht so schönen Tagen in der Lage sein, sich zum Aufstehen zu motivieren, sonst wird das mit dem Training nie was. Also wühle ich mich aus den Kissen, zieh mir Trainingssachen an und schnappe mein Handy für die passende musikalische Begleitung unterwegs.

Kaum aus der Haustür raus, stelle ich fest, dass ich die Hülle meines Handys vergessen habe. Nagut, denke ich, was soll schon groß passieren, ich laufe ja nur und halte das Handys dabei fest in der Hand. Ich laufe also los. Nach den ersten 50 Meter stelle ich weiter fest: Nanu, einer meiner Kopfhörer funktioniert nicht. Na toll, dann eben nicht in Stereo.

Nach ca. 500 Metern geht dann mein Schuh auf. Ich muss dazu sagen: Ich habe spezielle Sportschuhe, die bisher noch nie(!) aufgegangen sind. Also kurzer Stop und Schuhe binden. Nach ca. 2,5km geht mein Schuh wieder auf. Nun denke ich: Das kanns doch einfach nicht sein. Wieder stoppe ich und binde meinen Schuh. Diesmal mit Doppelknoten.

Ich laufe konzentriert weiter. Nach weiteren 200 Metern verheddere ich mich plötzlich mit den Füßen in irgendetwas, komme ins Straucheln und falle der Länge nach hin. Unnötig zu erwähnen, dass meine Handy ja ohne Schutz war. Zum Glück hatte ich Jahre lang Volleyball gespielt und konnte so den Sturz noch abmildern. Aber natürlich ist der Lauf nicht ganz ohne Schrammen zu beenden und auch die Dusche danach ist von einer brennenden Wunde am Arm geprägt.

Und als ich da so stehe und das warme Wasser auf meinen Kopf rieselte, denke ich mir nur so: An manchen Tagen ist es eben doch besser morgens im Bett zu bleiben.

Und immer ein Pflaster am Fuß

8 Jun

Nun da die Sonne doch wieder lacht und sich die gute Laune auch auf den Gesichtern breit macht, holen die Menschen wieder die kurzen Hosen und Röcke heraus und malen die Straßen bunt.

Doch anstatt knallige Farben und Blümchen haben wir mal auf was anderes geachtet: die Füße.
Natürlich könnten wir jetzt über Frauen und ihren Hang zum Schuhkauf sprechen oder Männer, die im Jahr bloß zwei paar Schuhe brauchen – eines für den Winter und eines für den Sommer.

Aber nein! Vor allem ist aufgefallen das mindestens jede zweite Frau ein Pflaster am Fuß hatte. Aber wie kommt das eigentlich?
Manch einer könnte natürlich wie folgt argumentieren: Frauen sind völlig unpraktisch beim Schuhekauf. Sie schauen nur darauf, dass das Paar perfekt zu ihren neuen Handtasche passt, dass die Schnalle nicht zu groß ist, dass eventuell aber noch eine Verzierung dran ist und so weiter und so fort. Da kann die Bequemlichkeit natürlich nur zu kurz kommen und der arme Mann muss sich dann auch noch das Gejammer anhören.
Wieder ein anderer meint: Frauen sind furchtbare Schnäppchenjäger. Und wenn es das Sonderangebot eben nur noch in der 36 gibt, dann muss man eben mal die Zähne zusammenbeißen. Und wieder im nächsten Laden sind die Schuhe einfach immer suuuper günstig – naja, aber dafür dann eben von geringerer Qualität.
Vielleicht könnte man auch auf diese Idee kommen: Frauen sind eben zarte Wesen mit ebenso zarten Füßen. Da geht eben die Haut leichter kaputt.


Wir aber sind unserer Pflicht als Reporter nachgekommen und haben uns in den weiblichen Untergrund begegnet. Nach langer Forschungsreise und hinter hohe Mauern hat uns das weibliche Orakel folgendes verraten:
Es gibt ein geheimes, niemals aufgeschriebenes und von Generation zu Generation weiter gegebenes Ritual – “Das Sommerschuh-Einführungsritual”. Nach diesem Ritual muss sich eine Frau erst dem Sommerschuh erst ein Opfer erbringen, damit dieser ihr als treuer und modischer Begleiter zur Verfügung steht. Dieses Geheimnis wird von Generation zu Generation verschlüsselt weitergegeben mit den einfachen Worten “Wer schön sein will, muss leiden”. Und wer dieses Ritual missachtet, über den wird große Schande kommen.

Also nachdem dieses Geheimnis gelüftet ist, haben die männlichen Leser unter euch in Zukunft etwas mehr Verständnis für die Mädels und Frauen, denn wer will schon Schande über sich ergehen lassen?

Carpe Diem – Ausgelutschtes Motto, gefährliche Philosophie oder doch richtige Lebensweisheit

5 Sep

„Carpe Diem“ ist die Schlusszeile und damit die Moral einer von Horaz geschriebenen Ode. Im Deutschen ist dieser Ausspruch zum geflügelten Wort geworden und wird meistens mit „Nutze den Tag“ übersetzt. Die eigentliche Bedeutung ist allerdings besser mit den Worten „Genieße den Tag“ zu übersetzen. Aber auch bei dieser Aufforderung, sowie aber auch bei der eingedeutschten Variante, gibt es facettenreiche Deutungen und Interpretationen. Inzwischen hat Carpe Diem Einzug in viele Bereiche gefunden und scheint mittlerweile zu einem ausgelutschten Motto für jedermann geworden zu sein.

Vor allem in den 90er Jahren als Poesiealben die Runde machten und vor allem auch in Folge des 1989 erschienen Films „Der Club der toten Dichter“,  in dem Carpe Diem zu einer zentralen Thematik gemacht wurde, gelangte Horaz‘ Ausspruch zu fraglichem Ruhm. Pinnwände, Poster und Plakate wurden übersäht mit Carpe Diem.

Doch ist dieser kleine Satz so wertvoll oder birgt er vielleicht auch Gefahren?  Den Tag zu genießen und zu nutzen lässt doch einen großen Spielraum. Wie oft sagen uns Freunde und Verwandte, dass wir unsere Jugend, unsere Lebenszeit nicht vergeuden sollen. Wir sollen uns die Welt ansehen, Erfahrungen sammeln. Doch das alles kostet Geld. Also müssen wir arbeiten. Und auch unsere Gesundheit sollte bei den ganzen Unternehmungen stabil bleiben. Also müssen wir auch auf eine ausgewogene Ernährung achten und uns sportlich betätigen. Freunde, mit denen man etwas unternehmen kann wären auch nicht schlecht. Und natürlich darf der Spaß bei der ganzen Sache auch nicht zu kurz kommen.

Natürlich ist es wichtig, dass wir die Zeit und unser Leben auskosten. Aber man muss dabei auch an die Grenzen unseres Geldes, unserer Gesundheit und Lebensenergie denken.

Wenn man morgens um 8 Uhr aufsteht, zur Arbeit geht, nachmittags zum Sport und sich abends noch mit Freunden trifft, um am besten bis spät in die Nacht zu feiern, so hat man sicher den Tag gut genutzt. Aber kaum jemand würde das lange Zeit eben aus dem Handgelenk schütteln.

Deshalb sollte man eventuell genauer überlegen, was Carpe Diem wirklich bedeuten könnte. Es geht nicht darum den ganzen Tag mit Genüssen vollzustopfen, denn das kann dem Körper schaden und den Geldbeutel schnell leeren. Doch sollte man auch dem Trott keine Chance lassen.

Auch wenn uns die Werbungen und Plakate einreden, dass wir jeden Tag bis ins Letzte genießen müssen, sollten wir doch immer schauen, was für uns selbst wohl das Beste ist. Das heißt aber auch, dass wir ruhig auch mal einen Tag auf der Couch vor dem Fernseher lümmeln können. Denn das hilft uns, Lebensenergie zu sammeln, um neue Abenteuer zu erleben. Sonst tötet uns noch der Gedanke daran, dass wir schon morgen sterben könnten…

Aus Liebe zur Musik

27 Jan

In letzter Zeit beobachten wir es mehr und mehr: Die Künstler der heutigen Zeit machen sich nicht mehr die Mühe ein teures Video zu drehen, sondern lassen einfach einen Live-Auftritt aufzeichnen. Und der Erfolg gibt ihnen Recht: Auf YouTube gelangen vor allem Clips wie Adele – Someone like you, Udo Lindenberg feat. Clueso – Cello und das Cover von Walk off the Earth – Somebody that I used to know zu hoher Bekanntheit und erfreuen sich breiter Anerkennung.

Doch was macht diese neue Art der Musikverbreitung und Darbietung so einzigartig und erfolgreich?

Nach den zahlreichen, international bekannten Castingshows, wie “The Voice of….”, “The Next Superstar of…” (Deutschland sucht den Superstar) oder “X-Factor” scheint das Publikum mehr und mehr nach ehrlicher und echter Musik geradezu zu dürsten. Man kritisierte das gekünstelte Ambiente, die Betonung auf große Shows mit vielen Effekten, schwache Stimmen und oberflächliche Texte. Sicherlich, so sagt man, sind auch echte Talente in Castingshows zu finden. Aber letztendlich geht es dort weniger um die Musik, als denn um den Profit, den man aus ihr und ihren Interpreten schlagen kann.

Es geht um einfach, eingängige Melodie verbunden mit einem süßen Gesicht, stilvoller Mode und am besten einer dramatischen oder herzergreifenden Hintergrundgeschichte. Zur Not wird da noch nachgeholfen.

Im Gegensatz dazu stehen die offensiven Live-Aufzeichnungen. Sie zeigen den Künstler ohne Drehbuch, sie präsentieren die Musik geradezu schnöde ohne große Lichteffekte und Töne werden von Gefühlen und Erlebnissen getragen anstatt vom im Studio produzierten Playback. Ein Gemisch aus spontaner, menschlicher Reaktion und ungeschönten Gesangspatzern tragen hier den Erfolg. Der Zuhörer wird direkt angesprochen und einbezogen.

Natürlich brauchen wir von Zeit zu Zeit Idole, damit wir einen Traum haben und uns selbst stets verbessern können. Doch ist es auch wichtig zu wissen, dass ein Künstler auch ein Mensch bleibt und manch Interpret auch nur Musik macht aus Liebe zur Musik an sich.

„Facebook“, „Apps“ und andere Fremdwörter

15 Okt

Oscar Wild sagte einmal sinngemäß: „Computer helfen dir, Probleme zu lösen, die du ohne sie nicht hättest.“

Die heutige Zeit ist voll von Technik: Neben dem ‚normalen‘ Computer gibt es inzwischen Notebooks, Netbooks und iPads. Aus einem Telefon mit Wählscheibe ist ein schnurlosen, dann ein mobiles Telefon geworden bis hin zu Smartphone und Co. Beinahe jeden Tag stellt ein anderer Hersteller ein neues Produkt vor und auf großen Messen wie CES, IFA und CeBIT übertrumpfen sich die Konzerne mit immer neuen Funktionen und Benutzeranwendungen. Zudem werden die Geräte immer kleiner und leichter.

Aber wer findet sich eigentlich noch wirklich zu Recht in diesem riesigen Dschungel? Wer einmal den Anschluss verpasst, betritt den elektronischen Markt (oder öffnet den Interversand) und schaut wie ein Schwein ins Uhrwerk. Man sagt, dass das Lernen mit dem Alter immer schwerer wird. Gleichzeitig wird unser Alltag aber immer schnelllebiger. Wer hat denn dann da noch die Zeit und die Kapazität, sich mit dieser neuen Technik auseinander zu setzen?

Andererseits helfen uns diese neuen Geräte auch im Alltag: Kühlschränke, die automatisch eine Einkaufsliste erstellen, Backöfen, die sich selbst ausstellen, wenn der Kuchen fertig ist, Handys, die einem sagen, wann der nächste Kinofilm beginnt und sogar wie schnell man dort hin gelangt und am besten alle Baustellen umfährt. Doch was tun, wenn man zur Nutzung eines Navigationsgeräts erst eine 40 Seiten dicke Gebrauchsanweisung studieren muss?

Des Weiteren muss man geradezu ein gesamtes Vokabular beherrschen, um diese Anweisungen dann auch noch zu verstehen. Für viele sind schon „Facebook“, „Features“ und „Flatscreen“ Fremdwörter, ganz zu schweigen von „Tools“, „Trojaner“ und „Treiber“.

Doch der Vormarsch der Technik ist nicht aufzuhalten. Jeden Tag werden wir abhängiger: Wie viele Europäer oder Amerikaner unter 25 Jahre würde heute noch ohne Internet, Handy oder Computer auskommen? Wo bleibt da der gute alte Brief oder das Stöbern in Bibliotheken?

Aber der Satz „Früher war alles besser!“ ist natürlich auch nicht ganz richtig. Wenn man erst einmal mit den ganzen Gerätschaften umzugehen weiß, dann können sie einem einen recht guten Dienst erweisen. Ein Ehepaar über tausende Kilometer getrennt kann sich von Angesicht zu Angesicht unterhalten, man kann schon Gestern erfahren, ob man Morgen einen Regenschirm braucht, man kann unvergessliche Momente in Bild und Ton festhalten und man kann sich über neue und alte Kulturen, Erfahrungen und Ansichten austauschen.

Doch vielleicht gilt heute noch wie damals:
„Der Zufall begünstigt nur den vorbereiteten Geist.“ (Louis Pasteur)

Staubige Seiten vs. glänzendes E-Book?

25 Aug

Die Sprache, wie wir sie heute kennen, entwickelte sich seit Anbeginn der Menschheit. Doch die dazu gehörige Schrift oder Verständigung durch Symbole und Buchstaben folgte allerdings erst viel später. Die Verbreitung und Aufzeichnung von Schriften war schließlich der nächste Schritt in der Geschichte des Buches. Eine deutliche Revolution der Schriftsprache erlebten die Europäer dann mit der Erfindung des Drucks mit beweglichen Lettern durch Johannes Gutenberg um 1450.

In den folgenden Jahrhunderten erschienen immer mehr Autoren und Dichter, die dank der schnellen Verbreitung ihrer Werke mit Hilfe des Buchdruckes auch zu immer mehr Ruhm gelangen konnten.

 

Doch auch die klassische Literatur kam neben Emails und Zeitungen irgendwann im 21. Jahrhundert an. Das E-Book, zunächst hauptsächlich repräsentiert durch Fachliteratur, erfreut sich vor allem seit der Herausgabe des E-Book-Readers Kindl (Amazon) einer wachsenden Leserschaft.

Doch kann das E-Book wirklich das klassische Leseerlebnis ersetzen?

 

Seit das E-Book große Erfolge verzeichnet und auch der Umsatz der E-Book-Reader steigt, wächst auch die Anzahl der Zweifler und Kritiken an den elektronischen Geräten sowie der modernen Literatur- und Verlagswelt.

Ruft die Strahlung der Geräte Krebs hervor? Ist das Lesen auf einem Bildschirm schädlich für die Augen? Werden Raubkopien von Büchern durch die digitale Form erleichtert?

So entfachte sich mit dem breiten Markteintritt eine rege Diskussion um das E-Book und das klassische Lesen.

 

Das traditionelle Buch wird von seinen Verteidigern als unersetzbar eingestuft. Der Zauber des Geheimnisvollen und Verborgenen, wenn man in eine alte Bibliothek oder Bücherei geht, der Geruch von frischem Papier, wenn man ein neues Buch aufschlägt und das Geräusch beim Umblättern einer Seite sind unverwechselbare Charakteristika, die der klassische Bücherwurm nicht missen möchte.

 

Die Vertreter der neuen Technik hingegen argumentieren vor allem mit der Leichtigkeit und dem enormen Speicherplatz. Ein E-Book-Reader wiegt gerade mal um die 200g bis 300g und kann bis zu mehrere Tausend Bücher speichern. Dank der ständigen Weiterentwicklung der Technik ähnelt auch das Format immer mehr einem echten Buch. So wird gegen die Spiegelung des Sonnenlichtes gearbeitet und die Verwendung von LED-Lampen ist Vergangenheit.

 

Der Buch-Konservative kontert dabei allerdings häufig mit dem hohen Anschaffungspreis der Geräte, elektronischer Störanfälligkeit und den möglichen Raubkopien wie es aus der Musik- und Filmbranche bekannt ist. Außerdem müsse man sich erst mit einer neuen komplizierten Technik auseinandersetzen, um schließlich an sein Buch zu kommen.

 

Der moderne E-Book-Nutzer weißt dann auf die Rückenbelastung vieler Schulkindern hin und auf die Platzverschwendung durch Tausende Bücher und natürlich auf die höhere Umweltfreundlichkeit der E-Books durch wesentlich weniger Papier und Tintenverbrauch.

 

Scheinbar endlos setzen sich diese Diskussionen dann fort.

Sicherlich kann man für beide Seiten Argumente finden, die sicher auch nicht ganz unbegründet sind.

Doch egal, auf welche Seite man sich schlägt, ein E-Book wird immer ein digitales Medium und ein 1000-Seiten-Buch immer recht unhandlich bleiben.

Im Endeffekt kommt es einfach darauf an, was man persönlich bevorzugt.