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Die kleinen Dinge

10 Jul

Morgens gehe ich aus dem Haus. Ich sehe hunderte Menschen in den Autos, Bussen, Bahnen. Jeder scheint es eilig zu haben, obwohl ich mir vorstelle, dass in etwa jeder zweite heute lieber nicht zur Arbeit gehen wollte. Warum beeilen sie sich alle dermaßen, um dahin zu gelangen, wo sie eigentlich gar nicht hin wollen?
Und bin ich ein Teil dieser sich bewegenden Massen. Auch ich bin auf dem Weg zur Arbeit. Doch wenn ich mir die Menschen um mich so ansehe, dann weiß ich, dass ich mich von den meisten in einem wesentlichen Punkt unterscheide: ich lächle.

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Denn ich habe etwas, dass mich jeden Morgen aufmuntert. Auf meinem Weg zur Arbeit komme ich an einem Stück Wiese vorbei. Dort leben sehr viele Hasen. Sie tummeln sich dort, fressen, ruhen sich aus und hoppeln durch das Gras. Je nach Tageszeit sieht man mal mehr, mal weniger Häschen auf der Wiese. Doch immer, wenn ich morgens dort vorbei fahre und ich in die runden Knopfaugen eines Häschens schaue, dann fühle ich mich direkt besser. Es zaubert ein Lächeln auf mein Gesicht und ich weiß, dass ich einen guten Tag haben werde. Wenn ich dann abends auch noch einmal vorbei komme und wieder eines sehe, dann bedanke ich mich für den schönen Tag. Ich fühle mich gut und bin zufrieden.
Denn manchmal sind es einfach die kleinen Dinge im Leben, die uns den Tag verschönern können. Wir sollten nur offen sein, sie zu sehen.

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Terror, Klimawandel, Flüchtlinge – gibt es eigentlich noch lösbare Probleme?

1 Mai

Ihr Lieben,

ja es ist wahr: Wir haben uns eine Weile nicht gemeldet. Doch, da nun ein neuer Monat anbricht, nehmen wir den Tag der Arbeit zum Anlass, zu arbeiten und etwas Hirnschmalz zu Papier (oder zur Tastatur) zu bringen.

Aber angesichts der aktuellen Lage in den Medien und dessen, was die mitteleuropäische Welt derzeit so rumtreibt, ist es auch schwer, die passenden Worte zu finden.
Scheinbar gibt es momentan kaum noch andere Themen als Terror, Klimawandel und natürlich Flüchtlinge. Und sind wir mal ganz ehrlich: hier ist doch nun wirklich bereits jedes Wort gesagt. Stundenlang streiten, diskutieren, fabulieren Vertreter verschiedenster Interessengruppen und alles was Rang und Namen hat – oder auch nicht. Wir denken daher, dass jedes weitere Wort zu diesen Themen von unserer Seite unnötig, gar überflüssig ist.
Und dabei scheinen die großen Redner einer Lösung keinen Schritt näher zu kommen. Es drängt sich also die Frage auf: Gibt es überhaupt noch lösbare Probleme?

Man mag es kaum glauben, aber es gibt sie. Und nicht zu knapp. Immerhin leben wir in Deutschland, einer Nation der Nörgler und Meckerer. Da sollte es uns also in Zukunft wieder leicht fallen, neben den schwerwiegenden Herausforderungen des 21. Jahrhunderts auch noch den einen oder anderen Kommentar zu verfassen.

In diesem Sinne : WE ARE BACK – viel Spaß beim Lesen, wir freuen uns auf Diskussionen und eure Anregungen jenseits der großen 3.

Eure Bloggisten

Mode für jedermann

5 Okt

Ob Magazine, Fernsehwerbung oder Plakate: Überall lächeln einem junge, hübsche und oftmals dünne Models entgegen. Perfekte Körper, perfekte Haut, perfekte Haare, perfekt geschminkt.

Modelabels und –häuser präsentieren den jungen und alten Mädchen und Frauen, aber auch Männern immer wieder die angeblich perfekten Vorbilder. Doch nicht selten wehren sich auch gerade Prominente gegen die gefotoshopten Bilder: Unnatürlich Taillen und Schultern, die mehr Knochen als Haut zeigen, verzerren die Realität.

Während die deutsche Jugend und Bevölkerung immer dicker zu werden scheint, werden die Bilder immer idealisierter.

Dabei stellt sich doch die Frage, wer überhaupt zum Kauf verführt werden soll. Zwar gibt es die Theorie: Wenn etwas an einem Model hübsch aussieht, möchte ich dieses hübsche Etwas auch kaufen.
Aber ist es nicht vielmehr so: Einem Model steht eh alles und an mir kann das eh niemals so gut aussehen? Und wer glaubt eigentlich ernsthaft, dass ein Duft mich zu einem unwiderstehlichen Objekt der Begierde macht?

Schon seit einiger Zeit versuchen Marketingexperten die Zusammensetzung des Personals und die ethnische Mischung der Models dem Klientel anzupassen – Kunden fühlten sich dann angesprochen.
Aber warum zeigt mir die Werbung dann nicht endlich Bilder von Kleidungsstücken, wie sie an MIR aussehen könnten? Der Durchschnittsbürger sieht nun einmal nicht wie ein Hungerhaken oder wie ein muskulöser Athlet aus.
Dove hatte vor einiger Zeit schon einmal eine Kampagne gestartet, die auch Frauen mit Rundungen zeigte. Was ist daraus geworden?

Wir haben alle kleine Makel, eine kleine oder größere Rundung. Das heißt aber nicht, dass es keine schöne Kleidung für uns gibt und dass wir nicht genauso sehenswert sind, wie die superdünnen Mannequins und Astralkörper im Hochglanzformat. Wenn man sich die Werbung anschaut stellt sich leider immer noch die Frage: Wann gibt es endlich Mode für jedermann?

Der Kampf um die Zuschauer

18 Sep

Schon seit Jahren bemühen sich diverse Anbieter, eine alternative zum Programm der privaten und öffentlichen Fernsehsender zu liefern. Neben Maxdome, Amazon, Sky und Watchever tritt nun auch der Netflix in den deutschen Markt ein.

Doch wer braucht so viele Anbieter? Die Schlacht um die Aufmerksamkeit der Zuschauer wird verschärft. Gratismonate, kreative Werbungen, attraktive Tarife und natürlich eine scheinbar unendliche Auswahl an Filmen und Serien.
Da drängt sich die Frage auf, wer eigentlich die Zeit haben soll sich das ganze Zeug anzuschauen. Und was ist eigentlich aus dem guten, alten Fernsehen geworden?

Die öffentlichen, aber vor allem die privaten Fernsehsender jedoch scheinen das Buhlen schon aufgegeben zu haben. Nachdem die Bachelorette inzwischen ihren Traumprinzen unter den Blicken ein paar weniger Zuschauer gewählt hat, wartet RTL schon mit der nächsten Sendung auf, die keinen interessiert. Die Peinlichkeit und das fehlende Niveau von „Adam sucht Eva“ wird eigentlich nur noch von ProSieben’s „Catch the Millionaire“ getoppt. Als billiger Abklatsch vom RTL-Bachelor ist diese Sendung kaum länger als fünf Minuten auszuhalten.
Um den ganzen noch die Krone aufzusetzen werden alle ‚Aufreger’ der Ausstrahlungen dann in geradezu anspruchsvollen Fernsehmagazinen analysiert.
Neben den Reality-Shows fluten die Privaten ihr Programm mit diversen Casting-Shows. Immer und immer wieder kommen Sänger, Tänzer, Modells und angebliche Talente und strapazieren die Nerven der wenigen, die eingeschaltet haben.

Sollten sich dann doch einmal anspruchsvolle Serien oder Filme in das deutsche Fernsehprogramm verirrt haben, wird der Zuschauer mit unendlichen Werbeunterbrechungen oder Wiederholungen der immer gleichen Episoden wieder in die Flucht geschlagen.

Angesichts dieser Entwicklungen ist es daher kein Wunder, dass Streaming Anbieter immer größere Erfolge feiern.

Dennoch: Am Ende des Tages sind dann vielleicht doch ein Buch oder eine Zeitung die besseren Alternativen.

ILA 2014

26 Mai

Die Internationale Luft- und Raumfahrtausstellung, besser bekannt als ILA 2014, fand gestern ihr beeindruckendes Ende mit einem großartigen Luftshowfinale.

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Seit dem 20. Mai zeigten über 1200 Aussteller aus über 40 Ländern ihr Können und stellten ihre Produkte vor. Während die ersten Tage der internationalen Messe nur für Fachbesucher zugänglich sind, öffnete die Ausstellung seit Freitag, dem 23. Mai, auch wieder dem breiten Publikum ihre Tore. Hier hatten die Besucher neben interessanten Produkten und Firmen auch die Möglichkeit, einen Blick in spannende Forschungsprojekte zu werfen.

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Das große Highlight waren für die Öffentlichkeit aber auch dieses Jahr wieder die vielseitigen Flugshows. Unter einer strahlenden Maisonne zeigten Frankreich, Schweiz und Co. ihre Flugkünste und das nicht nur in modernen Kampfjets, sondern auch in historischen Trainingsflugzeugen. Die Bandbreite der technischen Möglichkeiten und die beeindruckenden Fortschritte der Technik hatten dabei Groß und Klein ganz in ihren Bann gezogen.

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Für uns hat sich der Ausflug auf jeden Fall gelohnt, auch wenn unser Interesse ehrlicherweise nicht auf den technischen Details lag. Zwar muss man zugeben, dass die ILA mit 22€ Eintritt (Normalpreis) kein günstiges Erlebnis ist. Allerdings bietet sie wirklich viel zum Staunen und Luft- und Raumfahrtbegeisterte kommen hier auf ihre Kosten. Wir freuen uns jedenfalls jetzt schon auf die ILA 2016 natürlich wieder in Berlin.

 

Seelenangst

13 Mai

“Er wird dich töten.
Deinen Leib.
Und deine Seele.
Denn sein Motiv geht über den Tod hinaus.”

- So der vielversprechende Einband auf der Rückseite. “Vox-Top-Thriller” verkündet ein zusätzlicher Aufkleber auf der Vorderseite. Das 2013 erschienene Buch von Veit Etzold scheint ein spannender Thriller mit nervenaufreibender Kriminalgeschichte zu sein, die in psychologische Tiefen geht.

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Doch leider verfehlt das Versprechen des Einbandes die Leserealität deutlich.

Das hat uns gut gefallen
Das Buch lebt vor allem durch seine Authentizität und die hohe Qualität der recherchierten Informationen. Die Handlung beginnt in Berlin mit einem durchaus brutalen und außergewöhnlichen Mord. Der Autor fängt mehrere Handlungsstränge an, die zunächst zusammenhanglos und teilweise unverständlich erscheinen, sich im Verlauf aber zu einem komplexen Puzzle zusammensetzen und sich logisch ergänzen. Dabei hat uns vor allem die Liebe zum Detail und die Realitätsnähe gefallen, da wir selbst Berlin recht gut kennen. Aber auch andere vielseitige Fakten werden wahrheitsgetreu in die Geschichte eingeflochten und machen die Handlung damit sehr glaubhaft.

Das hat uns nicht so gut gefallen
Zwar sind verschiedene Handlungsstränge sehr gut für die Spannung, allerdings gestaltet der Autor diese vor allem am Anfang des Buches zu kleinteilig. Ein Handlungsstrang von 1-2 Seiten lohnt beinahe der Mühe nicht und führt mehr zu Verwirrung als zum Spannungsaufbau. Und auch wenn die Motivation des Mörders ausgefallen ist, so konzentriert sich die Gesamtthematik des Buches zu stark auf Christentum und Exorzismus. Für Krimiliebhaber und Psychothriller-Freunde dürfte die Spannung bei der Klärung der Mordfälle im Buch zu kurz kommen. Die eher dürftige Kriminalgeschichte und Spannungskurve versucht der Autor mit zwei besonders brutalen Morden zu kompensieren.

Insgesamt denken wir: Gut recherchiert und authentisch, aber nicht spannend und die Erwartungen nach dem Lesen des Titels und Einbandes wurden nicht erfüllt.

Unsere Punkte: 2/5

 

Tanz eines Kärtchens

4 Mrz

Heute sah ich ein Kärtchen. Jemand hatte es verloren. Es war ein Mal gefaltet. Aber nicht ordentlich. Und es war so leicht. Der Wind wirbelte es wie wild durch die Luft. Hin und her. So, dass das arme Kärtchen gar nicht mehr wusste, wo oben und unten ist. Bis es ins Wasser fiel. Da schwamm es ruhig dahin.

Und da dachte ich an uns Menschen. Sind wir nicht auch manchmal verloren? Wirbelt uns das Leben nicht auch manchmal so hin und her, dass wir nicht mehr wissen, wo oben und unten ist. Bis wir einen See finden, auf dem wir ruhig dahin gleiten.

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Und der Ball rollt wieder

24 Jan

Nach einer ca. 4-wöchigen Pause ist es endlich soweit: Die deutsche Fußball Bundesliga startet in die 2. Runde. Zeit also für einen kurzen Rückblick und eine kleine Prognose.

Nach der ersten Hälfte der Saison steht der Triple-Sieger der letzten Saison, Bayern München, wieder an der Spitze der Tabelle. Wenig überraschend, finden wir, nachdem der süddeutsche Verein alle Top-Spieler zusammen gekauft hat. Eine kleine Überraschung hingegen war Bayer Leverkusen, die trotz einiger Niederlagen in letzter Zeit, eine insgesamt starke Leistung bis Ende des Jahres präsentierten. Größter positiver Aufreger der ersten Hälfte ist allerdings die Mannschaft aus der Hauptstadt. Nachdem Hertha 2012 nach einem peinlichen Relegationsspiel abgestiegen war, wechselte die Mannschaft den Trainer. Jos Luhukay verschaffte den Berlinern zunächst den Aufstieg im letzten Jahr und führte nun Ramos, Ronny und Co. erfolgreich in den vorderen Teil der Tabelle .

Aber wo Gewinner, da auch Verlierer. Im Gegensatz zu den Berliner Mitaufsteigern kann sich Braunschweig bisher kaum in der 1. Bundesliga behaupten. Auch die völlig chaotisch anmutende Mannschaft aus Bremen konnte in der ersten Hälfte der Saison wenig überzeugen, auch wenn der Tabellenplatz erstmal nicht so schlecht erscheint. Zu den großen Verlierern gehörten bis Dezember 2014 aber vor allem auch die Dortmunder, die nach dem Abgang von Götze und den Gesprächen um Lewandowski schwer wieder zu erkennen waren. Natürlich rangieren sie in der deutschen Liga noch unter den besten, aber das Spiel ist nicht mehr, was es letzte Saison noch war.

Was ist also in der zweiten Hälfte zu erwarten? Was die Führung in der Bundesliga angeht, wird sich in unseren Augen kaum noch was tun. Spannender sieht es da schon bezüglich der Qualifikation für die Champions League aus. Kann Bayer Leverkusen seine Position verteidigen und nach der Winterpause wieder voll durchstarten oder werden Wolfsburg oder Schalke nochmal verstärkt angreifen? Auch bei der Qualifikation für die Europa League wird es spannend. Schafft Hertha nun auch noch diesen Sprung? Oder gewinnt ein anderer das Rennen?

Wir jedenfalls freuen uns auf ein schönes Auftaktspiel mit den Mannschaften aus Gladbach und Bayern.

Es schneit!

21 Jan

Ja, ja…da hatten wir nun inzwischen den Winter abgeschrieben, nachdem Weihnachten nicht so weiß war, wie viele sich das wünschen und einige hatten sich bereits sogar auf den Frühling eingestellt. Und schon macht uns Väterchen Frost einen Strich durch die Rechnung!

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Seit heute Morgen heißt es in Berlin wieder Schneeflöckchen, weiß Röckchen, du sorgst für Chaos überall. Denn obwohl man meinen müsste, dass – da ja jedes Jahr der Winter irgendwann kommt – ein gewisser Lerneffekt inzwischen verankert sein müsste, ist man vielerorts überrumpelt. Da heißt es mehr Zeit einplanen und wachsam sein. Denn bereits gestern gab es bei dem Eisregen zahlreiche Stürze und Verletzungen. Ganz zu schweigen von Verstopfungen auf den Straßen und den Wartezeiten an Bahnhöfen und Flughäfen.

Doch wir haben dieses Jahr beschlossen das ganze gelassen zu nehmen und uns stattdessen an der weißen Pracht zu erfreuen. Denn (um ein Zitat aus Harry Potter einfach mal abzuwandeln): Für den gut vorbereiteten Geist ist der Winter nur das nächste große Abenteuer! Wir raten: Zieht euch warm an, plant mehr Zeit ein, wenn ihr unterwegs seid, nehmt euch was zum Lesen mit für die Wartezeiten und esst genügend Vitamine!

Stadt der 1001 Eindrücke

21 Sep

Wir kenne sie alle: Die Stadt der 1001 Eindrücke!

Ihr wisst nicht, wovon wir sprechen? Dann werden wir euch kurz davon erzählen.

Man erwacht. Ein Motorrad rast so schnell durch die enge Straße, dass der Motor wie ein Knall durch die Luft hallt. Sofort spürt man die kühle Luft, die durch das offene Fenster weht und trotz des brutalen Kontrasts zu der wärmenden Decke, wie ein frischer Weckruf an der Nase kitzelt. Man steht auf und das langsame Erwachen des Körpers zieht sich durch den Morgen. Vor der Haustür steigt einem sofort der Geruch von Asphalt und Abgasen in die Nase, doch als man am Markt vorbeikommt mischen sich Fisch, Käse und Früchte darunter. Der Tag erstrahlt allmählich am Himmel. Schüler, Arbeiter, Kinder, Mütter, Bäcker, Handwerker, Blumenhändler passiert man. Und da der wunderbare Duft von frischen Croissants und das Niederkämpfen des starken Verlangens etwas von den Köstlichkeiten aus dem Schaufenster zu kaufen. Eine Frau, die so fasziniert von einem Vorbeifahrenden ist, dass sie beinahe in jemanden reinläuft. Ein Mann, der so ernst schaut, dass man den Eindruck bekommt, dass er gar nicht weiß, wie man lacht. Und dann der Abstieg in die U-Bahn und dieser Geruch. Dieser unverwechselbare Geruch der U-Bahn, den man manchmal auch wahrnimmt, wenn man über einen Lüftungsschacht geht. Und in der Ecke am Gleis jeden Tag das gleiche Bettlerpärchen, dass ein Schild mit der Aufschrift “Ich habe Hunger” hochhält. Ein Frau, die ein bisschen anders aussieht, als die anderen hier. Sie hat einen Koffer. Wo mag sie wohl herkommen? Ein Blick auf die Uhr. Man beschleunigt und erreicht die Bahn pünktlich. Eine Schweißperle läuft langsam den Rücken hinunter, während man sich all diese Leute anschaut, die alle furchtbar beschäftigt scheinen: Ein Buch, eine Zeitung, die eigenen Fingernägel, und ca. 1000 Handys und Smartphones. Doch da Augen, die zurückstarren. Sollte man lieber wieder wegschauen? Der Ausstieg. Klack, klack, klack…so eilig kann es niemand haben, dass er/sie an einem vorbei hetzt, anrempelt und sich nicht entschuldigt. Oder doch? Eine Frau spricht einen an. Man bleibt stehen. Vielleicht kann man ihr helfen? Doch nur wieder eine Bettlerin. Würde man ihr wirklich helfen, wenn man ihr ein bisschen Geld gibt? Man geht weiter und schon ist Zeit für die Vorlesung. Anregende Gespräche, neue Inhalte. So viel, was es zu sagen gibt und so viel, was man noch nicht weiß. Dann der Rückweg. Der Herbst steht an, denn viele Blätter liegen schon auf der Straße. Es ist Mittagszeit. Viele kleine Bistros sind voll mit Menschen, die diskutieren und Lachen. Ein Kellner läuft mit konzentriertem Gesicht hektisch durch die Tische. Jeder hat ein anderes, tolles Angebot. Kann man an einer belebten Straße wirklich sein Mittagessen genießen. Wieder Vorlesung. Ein Tag kann lang sein. Die Augen werden müde. Feierabend. Der Magen knurrt schon und das Bett scheint laut zu rufen. Doch der Heimweg lenkt ab. Ein Mann sitzt in der Bahn und kaut auf einer trockenen Scheibe Brot. Ein Mädchen ist so unheimlich wichtig, dass sie ihren Blick nicht von dem Smartphone heben kann und verpasst beinahe ihren Ausstieg. Zwei Männer steigen ein und unterhalten sich in Gebärdensprache. Kann es manchmal ein Segen sein, den Lärm der Stadt nicht zu hören? Nach der Bahnfahrt der Weg nach Hause. Die Nacht hat sich über die Stadt gelegt. Sie riecht nun ganz anders als noch am Morgen. Die Blätter haben ihre Farben verloren. Doch viele Dinge fangen an zu leuchten. Die Tür zum Supermarkt, der Schriftzug am Restaurant, der Blinker am Auto. Zu Hause ist ein Abendessen in Gesellschaft ein gelungener Abschluss des Tages. Das Bett noch weicher als am Morgen. Was man wohl heute träumt, um das alles zu verarbeiten? Wieder ein kühler Luftzug. Wieder das knallen eines Motorrads in der Straße. Und kurz bevor das Bewusstsein in die Traumwelt entschwebt, fragt man sich, ob es wohl der selbe Fahrer war.

Jeden Tag steigen tausende Menschen in die U-Bahn, fahren mit Autos durch Straßen, überqueren eine Ampel. Jeden Tag sitzen Menschen auf einer Bank, stehen am Rand und warten an einem Treffpunkt. Du bist einer von ihnen. Also sieh genau hin und genieße, dass du all das wahrnehmen kannst.