Archive | September, 2014

Der Kampf um die Zuschauer

18 Sep

Schon seit Jahren bemühen sich diverse Anbieter, eine alternative zum Programm der privaten und öffentlichen Fernsehsender zu liefern. Neben Maxdome, Amazon, Sky und Watchever tritt nun auch der Netflix in den deutschen Markt ein.

Doch wer braucht so viele Anbieter? Die Schlacht um die Aufmerksamkeit der Zuschauer wird verschärft. Gratismonate, kreative Werbungen, attraktive Tarife und natürlich eine scheinbar unendliche Auswahl an Filmen und Serien.
Da drängt sich die Frage auf, wer eigentlich die Zeit haben soll sich das ganze Zeug anzuschauen. Und was ist eigentlich aus dem guten, alten Fernsehen geworden?

Die öffentlichen, aber vor allem die privaten Fernsehsender jedoch scheinen das Buhlen schon aufgegeben zu haben. Nachdem die Bachelorette inzwischen ihren Traumprinzen unter den Blicken ein paar weniger Zuschauer gewählt hat, wartet RTL schon mit der nächsten Sendung auf, die keinen interessiert. Die Peinlichkeit und das fehlende Niveau von „Adam sucht Eva“ wird eigentlich nur noch von ProSieben’s „Catch the Millionaire“ getoppt. Als billiger Abklatsch vom RTL-Bachelor ist diese Sendung kaum länger als fünf Minuten auszuhalten.
Um den ganzen noch die Krone aufzusetzen werden alle ‚Aufreger’ der Ausstrahlungen dann in geradezu anspruchsvollen Fernsehmagazinen analysiert.
Neben den Reality-Shows fluten die Privaten ihr Programm mit diversen Casting-Shows. Immer und immer wieder kommen Sänger, Tänzer, Modells und angebliche Talente und strapazieren die Nerven der wenigen, die eingeschaltet haben.

Sollten sich dann doch einmal anspruchsvolle Serien oder Filme in das deutsche Fernsehprogramm verirrt haben, wird der Zuschauer mit unendlichen Werbeunterbrechungen oder Wiederholungen der immer gleichen Episoden wieder in die Flucht geschlagen.

Angesichts dieser Entwicklungen ist es daher kein Wunder, dass Streaming Anbieter immer größere Erfolge feiern.

Dennoch: Am Ende des Tages sind dann vielleicht doch ein Buch oder eine Zeitung die besseren Alternativen.